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Feel-Good-Konsum

Viele Menschen erledigen ihre Einkäufe nicht mehr in erster Linie nach dem Motto "Geiz ist geil". Statt nach dem größten Schnäppchen zu suchen, legen diese Konsumenten großen Wert auf die moralische und ökologische Bedeutung ihrer Kaufentscheidung. Sie möchten die "richtige" Wahl treffen und sich anschließend gut fühlen. Dabei stellen die Verbraucher wichtige Fragen über Herkunft, Nachhaltigkeit und Herstellungsbedingungen von Produkten oder verwendeten Materialien.

 

Beispielhaft für die zunehmende Bedeutung dieses Konsumverhaltens ist die aktuelle Entwicklung des fairen Handels und der Bio-Branche. Nach Angaben der Verbraucher Initiative stieg der Anteil der Deutschen, die bereits einmal fair gehandelte Produkte gekauft haben, zwischen 2004 und 2007 von 27,9 auf 37,4 Prozent. Eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young ergab, dass drei Viertel der Befragten bei ihrem Einkauf mindestens manchmal auf Bio-Produkte zurückgreifen. Im Bereich des Lebensmitteleinzelhandelsumsatzes hält die Untersuchung einen Bio-Anteil von 30 Prozent bis zum Jahr 2020 für möglich.

Der neue Markt für den Feel-Good-Konsum eröffnet auch dem Handwerk Möglichkeiten, durch gezielte Angebote Kunden zu gewinnen. Dabei bieten sich verschiedene Strategien und Materialien an:  

Holz als zertifizierter Werkstoff:

Die Verwendung von ökologisch einwandfreiem Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft können Handwerker als Verkaufsargument gegenüber potenziellen Kunden vermitteln. Zertifikate bieten dabei die nötige Transparenz und Sicherheit. Die gängigsten Gütesiegel vergeben der World Wildlife Fund (WWF) mit dem FSC (Forest Stewardship Council) und die unabhängige Waldzertifizierungsorganisation PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes). So können Handwerksunternehmen aus dem Baugewerbe einzelne Bauabschnitte bis hin zum kompletten Öko-Moral-Haus unter Verwendung zertifizierter Materialien fertigen. Auch Schreiner, Tischler und Bodenverleger können eine Ökogarantie auf Möbel und Parkett geben.

Bio-Lebensmittel voll im Trend:
Hier sollten Bäcker und Fleischer ihre Nähe zum Verbraucher nutzen und durch unaufdringliche Beratung über Herkunft und Inhaltsstoffe ihrer Waren aufklären: Fleisch vom Biobauern oder Backwaren aus kontrolliert biologischem Getreideanbau. Ein deutlicher Vorteil im Vergleich zu anonymen Supermärkten.

Ökologische Haustechnik:
Installateure, Heizungsbauer und Elektrotechniker haben die Option, konkret auf die Umweltfreundlichkeit ihrer Arbeitstechnik und der eingebauten Anlagen hinzuweisen. Heben Sie den Nutzwert von Solaranlagen, Wärmepumpen oder modernen Heizungsanlagen hervor und betonen Sie die staatlichen Zuschussmöglichkeiten. Zusätzlich kann dem Interessenten eine regelmäßige Überprüfung der Energieeffizienz angeboten werden, um Geldbeutel und Umwelt langfristig zu schonen.

Generell gilt: Erarbeiten Sie mit Ihren Mitarbeitern eine sinnvolle Produktstrategie, mit deren Hilfe Sie die Kunden aus Ihrer Branche gezielt ansprechen können. Vermitteln Sie ein positives Image Ihrer Produkte, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu erheben. Der Konsument möchte sich gut, aber eben nicht betroffen fühlen.

Als weitere Fachpublikationen für Handwerk und Mittelstand erscheinen im Holzmann Medien
handwerk magazin, Deutsche Handwerks Zeitung, boden wand decke, rationell reinigen, RWTextilservice, fleischerei.de
sowie im Holzmann Buchverlag Fachinformationen zur Aus- und Weiterbildung.