Home  » Politik & Wirtschaft  » Konjunktur
Konjunktur
Standort Deutschland

Wie es um ihn steht

 
04.08.2006
 

Obwohl Deutschland lange als wirtschaftliches Schlusslicht der Europäischen Union galt, ist es als Standort in der globalisierten Welt kaum wegzudenken. Während die Statistiken Deutschland immer noch als europäischen Bremser ausmachen, bescheinigen ihm die Top-Manager der global tätigen Unternehmen nach einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young gute Noten.

Die Wirtschaftsstatistiken dokumentieren dem Standort mit einem Wachstum von 1,3 Prozent für das vergangene Jahr und einem Rückgang bei den Erwerbstätigenzahlen eine eher durchschnittliche Qualität. Aber nicht nur das große Problem der unverändert hohen Arbeitslosigkeit, sondern auch die verworrenen Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern sowie die hohe Staatsverschuldung und die erneute Verletzung der Maastricht-Kriterien schwächen das Vertrauen in die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands.

Vorteil Exportfähigkeit

Eine neue Umfrage unter den Top-Managern der Global Player zeigt aber, dass diese ein erhebliches Potential für den Standort vermuten. Der Vorteil der meisten deutschen Unternehmen besteht in ihrer enormen Exportfähigkeit. Das macht sie zwar einerseits von den konjunkturellen Einflüssen der Weltwirtschaft abhängig, aber andererseits kann ihnen die inländische Konjunkturschwäche relativ wenig anhaben. Unbestritten ist dabei, dass nur Länder mit einem guten Image Exportweltmeister werden können.

Zu diesem Stimmungswechsel hat neben den besseren Rahmenbedingungen vor allem die deutlich positivere Stimmung der deutschen Unternehmen beigetragen. Damit gilt der Standort Deutschland in Managementkreisen als der attraktivste europäische Standort. Geschätzt wird der Standort auch wegen seiner guten Infrastruktur (Verkehrswege und Telekommunikation), der zentralen Lage in Europa und der Größe des Binnenmarktes, der Innovationsfähigkeit in einigen Regionen sowie der Qualität von Forschung und Entwicklung. Schlechte Noten verteilen die Großunternehmen allerdings für die Steuerlast, die hohen Arbeitskosten und die bürokratischen Erschwernisse.

Für die kommenden Jahre ist nach Meinung der international tätigen Unternehmen mit einer weiter steigenden Attraktivität Deutschlands zu rechnen. Ob dies zu mehr Direktinvestitionen führt, bleibt vorerst fraglich, aber es verspricht zumindest, dass das Interesse an Verlagerungen von inländischen Produktionsstandorten ins Ausland deutlich abnehmen wird.

Die komplette Studie können Sie hier nachlesen.

Bild: MEV/am

LORENZ

 
 

Als weitere Fachpublikationen für Handwerk und Mittelstand erscheinen im Holzmann Medien
handwerk magazin, Deutsche Handwerks Zeitung, boden wand decke, rationell reinigen, RWTextilservice, fleischerei.de
sowie im Holzmann Buchverlag Fachinformationen zur Aus- und Weiterbildung.