Der Präsident des deutschen Einzelhandels, Josef Sanktjohanser, rechnet nicht damit, dass es zu einer Preiserhöhungswelle bei Lebensmitteln kommt. Der "Bild"-Zeitung sagte der Chef des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE): "Ich kann nicht erkennen, dass jetzt alles viel teurer wird. Preise steigen und fallen. Darauf reagieren die Verbraucher. So funktioniert der Markt." Es mache keinen Sinn, die Konsumenten durch immer neue Forderungen der Hersteller zu erschrecken.
Sanktjohanser geht davon aus, dass die Lebensmittelpreise dieses Jahr im Schnitt um zwei Prozent steigen werden. "Die Gründe sind schlechte Ernten, verfehlte Agrarpolitik der EU mit starren Produktionsquoten und einer völlig überzogenen Förderung nachwachsender Rohstoffe", sagte der Verbandschef. dennoch sei die Zeit günstiger Lebensmittel in Deutschland nicht vorbei: "Der Wettbewerb bei uns ist viel schärfer als anderswo, deswegen werden wir auch weiterhin die niedrigsten Preise haben."
Den Vorwurf von Preisabsprachen im Handel wies der HDE-Präsident energisch zurück. "Der Vorwurf ist absurd und zeugt von völliger Unkenntnis des Marktes. Warten wir die Untersuchung des Kartellamtes ab. Gäbe es Kartelle, dann wären wir sicher nicht die Europameister in Sachen preiswerte Lebensmittel", betonte Sanktjohanser.
Den HDE finden Sie im Internet unter einzelhandel.de.
Quelle und Bild: ddp
Kontakt zur Redaktion
LORENZ