Glauben Sie an Wiedergeburt? Egal, wie Ihre Antwort ausfällt, fest steht, wer dieses Buch gelesen hat, wird nie wieder achtlos das Leben einer kleinen, fleißigen Ameise gefährden. Schließlich könnte man ja das gleiche Schicksal erleiden wie die egozentrische TV-Moderatorin Kim Lange.
Denn wie sich herausstellt, hat diese in ihrem menschlichen Leben so viel "Mieses Karma" angesammelt, dass es ausreicht, um nach ihrem Tod (eingetreten durch russischen Weltraumschrott – "Was für eine bescheuerte Art zu sterben!") als Ameise wiedergeboren zu werden. Nun sieht Kim Lange ihr Leben im wahrsten Sinne des Wortes aus einer ganz anderen Perspektive.
Was die Ameise formerly known as Kim Lange erlebt, ist sehr abgedreht, aber auch wunderbar unterhaltend. Das Buch ist witzig und spritzig. Spontanes Losprusten beim Lesen kann nicht verhindert werden. Allein Ernsthaftigkeit darf man der Geschichte nicht unterstellen. Sie befriedigt nur den oberflächlichen, spaßigen Lesedurst.
Von dem Dasein als Ameise muss Kim sich "hocharbeiten". Durch selbstlose, gute Taten kann sie in der Hierarchie der Wiedergeborenen aufsteigen (Meerschweinchen, Hund etc.) und so das erreichen, was ihr nun am Wichtigsten ist: Ihrer Familie nahe zu sein und sie zu beschützen.
Einzig störend: Das Romanende ist kein richtiges Happy-End. Wenn Rabenmutti schon zur Vorzeigefamilienlöwin mutiert, dann hätte Kim Lange doch ihre Wiedergeburt als Kim Lange verdient.
Mieses Karma, David Safier, 13. Auflage 2008, Rowohlt Taschenbuch Verlag
Bewertung *** (von fünf möglichen)
Daniela Lorenz