Der Zustand der Autos auf deutschen Straßen hat sich verschlechtert. Insgesamt hätten zwischen Juli 2008 und Juni 2009 17,6 Prozent der Fahrzeuge die Hauptuntersuchung (HU) nicht bestanden, ein Prozentpunkt mehr als in den zwölf Monaten zuvor, sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Technischen Überwachungs-Vereine (VdTÜV), Klaus Brüggemann, bei der Vorstellung des "TÜV-Report 2010".
Besonders häufig seien Mängel an der Beleuchtung, den Achsen, an Bremsen, Leitungen und Schläuchen sowie den Auspuffanlagen festgestellt worden. Neu sei, dass bei den Untersuchungen das Thema Rost wieder an Bedeutung gewinne.
Auffällig ist Brüggemann zufolge, dass besonders ältere Fahrzeuge schlecht abschneiden. Hätten bei der ersten HU lediglich 5,1 Prozent der Pkw erhebliche Mängel, sei es bei den acht- bis neunjährigen Fahrzeugen bereits rund ein Fünftel. Von den zehn- bis elfjährigen Autos sei bereits bei jedem vierten Test die Plakette verweigert worden.
Im Bundesschnitt müssten dabei von 100 Fahrzeugen 18 nochmals in die Werkstatt bevor sie die Plakette erhielten. Weitere 30 Fahrzeuge wiesen zumindest leichte Mängel auf. Bei 52 von 100 Fahrzeugen hätten die Prüfer dagegen keine Bedenken. Hochgerechnet hieße das aber auch, dass auf deutschen Straßen rund neun Millionen Autos mit erheblichen Mängeln unterwegs sind.
Für den Report wurden den Angaben zufolge 7,5 Millionen der insgesamt 10 Millionen vom TÜV getesteten Pkw berücksichtigt. Unter anderem seien dabei in die Auswertung nur die Fahrzeugtypen aufgenommen worden, von denen im Testzeitraum zwischen Juli 2008 und Juni 2009 mindestens 1000 zur Hauptuntersuchung vorfuhren.
Da sich im Testzeitraum auch die wirtschaftliche Lage eintrübte, scheint es laut Brüggemann einen Zusammenhang zwischen den finanziellen Möglichkeiten der Autofahrer und dem technischen Zustand ihrer Fahrzeuge zu geben. In knappen Zeiten werde häufig am falschen Ende gespart und für die Wartung der Autos zu wenig Geld ausgegeben.
Wie in den vergangenen Jahren hätten besonders deutsche und japanische Fabrikate gut abgeschnitten. Testsieger in der Klasse der zwei- bis dreijährigen Autos ist den Angaben zufolge der Porsche 911. In den vier weiteren Altersklassen lagen daneben der VW Golf Plus und der Toyota RAV4 vorn, der wie der Porsche zwei Klassen für sich entschieden konnte. Auf dem letzten Platz landete in drei der fünf Klassen der Kia Carnival. Zudem schnitten auch der Chrysler Voyager und alte Ford Ka schlecht ab.
Deutschlandweit gibt es den Angaben zufolge jährlich rund 25 Millionen Hauptuntersuchungen. Dabei seien die TÜV-Prüfer mit rund zehn Millionen Untersuchungen Marktführer. Die Dekra führe jährlich rund 8,7 Millionen Hauptuntersuchungen durch. Den Rest teilten sich überwiegend die Gesellschaft für technische Überwachung (GTÜ) und die Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger (KÜS). Sie kämen zusammen auf rund 5,7 Millionen Tests.
Quelle: ddp