"Der Anteil der Betriebe, die freiwillige Initiativen, betriebliche oder tarifliche Vereinbarungen zur Verbesserung der Chancengleichheit von Männern und Frauen aufweisen, hat sich seit Beginn des Jahrzehnts kaum verändert", meldet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). In einer IAB-Befragung von rund 16.000 Betrieben zeigte sich, dass vor allem in der Privatwirtschaft Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit umgesetzt werden.
Laut IAB gaben nur fünf Prozent der Betriebe an, betriebliche Vereinbarungen abgeschlossen zu haben. Sechs Prozent würden durch tarifliche Vereinbarungen erfasst. Lediglich vier Prozent der befragten Betriebe haben freiwillige Initiativen ergriffen. 87 Prozent der Betriebe mit mehr als zehn Beschäftigten könnten dabei keine Vereinbarung oder Initiative aufweisen. "Damit haben sich die Zahlen im Vergleich zu einer entsprechenden IAB-Betriebsbefragung im Jahr 2002 nahezu nicht verändert", melden die Arbeitsmarktforscher.
Die Studie belegt außerdem, dass sich das Defizit der Maßnahmen besonders in den Betrieben der Privatwirtschaft zeigt. Zusammenfassend urteilen die IAB-Forscherinnen Susanne Kohaut und Iris Möller: "Auch wenn Fortschritte bei einzelnen Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf festzustellen sind, ist die Bilanz insgesamt eher ernüchternd." Die Studie steht im Internet unter iab.de zum Download zur Verfügung.
Quelle: IAB/jtw