Angesichts drohender Übernahmeprobleme für Auszubildende und Jungingenieure in der Wirtschaftskrise haben sich die Metallarbeitgeber in Bayern auf bundesweit bisher beispiellose Hilfsprogramme geeinigt. So sollen Facharbeiter, die nach ihrer Lehrzeit keinen Vertrag erhalten, in einer so genannten Beschäftigungsbrücke unterkommen, die vom Arbeitgeberverband mit bis zu sechs Millionen Euro pro Jahr finanziert wird. Auch Studienabsolventen sollen dort beschäftigt werden.
Für maximal 18 Monate können Betriebe in der Gesellschaft ihre Nachwuchskräfte beschäftigen und von dort für mindestens drei Tage die Woche zurückleihen. Die restliche Zeit werden die Mitarbeiter weiterqualifiziert. Ziel ist es, angesichts des ab 2015 erwarteten Facharbeitermangels, eine Überbrückungsmöglichkeit zu schaffen. In der Gesellschaft erhalten die Arbeitskräfte Tariflohn, aber ohne Leistungszuschläge. Außerdem verpflichten sich die Unternehmen, bei Neueinstellungen zuerst auf ihre ausgelagerten Kräfte zuzugreifen.
Zudem vereinbarten die Tarifparteien eine paritätische Finanzierung zusätzlicher Ausbildungsplätze in der Metallbranche im Freistaat. Die anderen Mitarbeiter des jeweiligen Betriebs verzichten auf bis zu 0,1 Prozent ihres Bruttojahresgehalts, wenn über den Schnitt der vergangenen vier Jahre hinaus neue Lehrstellen geschaffen werden. Die andere Hälfte der Lohnkosten in Höhe von insgesamt 40.000 Euro in drei Jahren für jeden Auszubildenden tragen die Unternehmen.
Quelle: ddp