Anlässlich des 1. Deutschen Bauwirtschaftstages in Berlin forderte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB), Karl-Heinz Schneider, Korrekturen der Wirtschaftspolitik bezogen auf mittelständische Unternehmen. Er forderte daher Änderungen bei der Erbschaftsteuer und die Anhebung der Schwellenwerte im Kündigungsschutz.
"Die mittelständische Bauwirtschaft ist wirtschaftliche Größe und gesellschaftliche Kraft. Wer also den Mittelstand in den Mittelpunkt seiner Politik stellt, ist auf dem richtigen Weg in die Zukunft Deutschlands", sagte Karl-Heinz Schneider, In der Vergangenheit sei der Mittelstand zwar oft als "Rückgrat der Wirtschaft" gelobt worden, in Wirklichkeit herrsche jedoch eine Politik vor, die dem Mittelstand bislang geschadet habe, beklagte Schneider. Er nannte in diesem Zusammenhang explizit die Erbschaftsteuerreform, das Arbeitsrecht und den Kündigungsschutz sowie die Rettung des Autokonzerns Opel.
Bezogen auf die Bedeutung der Bauwirtschaft, die ein Investitionsvolumen von rund 250 Milliarden Euro habe, forderte der BVB-Vorsitzende, zunächst Schulgebäude, Kitas und Turnhallen in Ordnung zu bringen, bevor man in die eigentliche Bildung investiere. Gerade diese Investitionen würden im Inland wirken und nicht ins Ausland abfließen. Darüber hinaus nannte er explizit marode Abwasserkanäle, schlechte Straßen sowie den notwendigen Umbau der Infrastruktur für eine älter werdende Gesellschaft als Beispiele für dringend benötigte öffentliche Investitionen. "Daher fordern wir, dafür zu sorgen, dass die kommunalen Investitionen auch nach Auslaufen der Konjunkturpakete ab 2011 zumindest auf dem derzeitigen Niveau verbleiben – im Interesse der Arbeitsplätze vor Ort – wie auch im Interesse von uns Bürgern", sagte Schneider.
"Der öffentliche Bau wird im kommenden Jahr eine deutlich stärkere Rolle spielen – und somit mehr zur Auslastung der Unternehmen beitragen. Auch die Unternehmen werden trotz kurzfristiger Rückschläge wieder mehr investieren", prognostizierte Schneider und erklärte damit, dass die Bauwirtschaft einigermaßen zuversichtlich nach vorne blicke, obwohl man noch nicht genau wisse, was konkret auf die Branche zukomme.
Quelle: BVB/jtw