Der Blick auf die Tankrechnung treibt jedem Autofahrer seit langem die Tränen in die Augen. Und auch, wenn sich die Lage derzeit etwas beruhigt hat, an eine dauerhafte Entspannung der Preise an den Zapfsäulen glaubt wohl niemand mehr. Was bleibt, ist darauf zu hoffen, dass die Automobilindustrie vielleicht doch endlich ein Drei-Liter-Auto aus dem Hut zaubert - oder sich nach Alternativen umzusehen. Denn es gibt sie, die zukunftsweisenden, modernen Alternativen zum herkömmlichen Fahrbetrieb mit Benzin. Eine davon ist das Autogas.
Autogas ist ein Flüssiggas - nicht zu verwechseln mit Erdgas oder Flüssigerdgas -, ein Gemisch aus Butan und Propan. Es kann unter anderem zum Antrieb von Verbrennungsmotoren verwendet werden. Der Einbau einer Autogas-Anlage ist heute in sehr vielen Fahrzeugentypen und -modellen - auch bei Transportern - möglich.
Nach Informationen des Internetportals gas-tankstellen.de kostet derzeit der Liter Flüssiggas in Deutschland im Durchschnitt 0,71 Cent. Flüssiggase sind durch das Energiesteuergesetz bis zum Jahr 2018 steuerlich begünstigt. Allerdings muss beim direkten Kostenvergleich beachtet werden, dass der Realverbrauch in Litern gegenüber einem mit Benzin betriebenen Motor um circa 10 bis 20 Prozent steigt. Neben dem Vorteil der geringeren Tankkosten sollten auch die positiven Umweltaspekte nicht außer Acht gelassen werden. Bei der Verbrennung von Autogas entstehen im Vergleich zum Benzin weniger Schadstoffemissionen. Dieser Punkt hat besonders vor dem Hintergrund der Einführung von Feinstaubplaketten und Umweltzonen an Bedeutung gewonnen.
Wer sich nicht für einen Neuwagen mit Autogas-Ausrüstung interessiert, für den kann eine Umrüstung in Frage kommen. Diese kostet nach Einschätzung des ADAC etwa zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Wann sich die Investition für den Autobesitzer rentiert, hängt vom Fahrzeug und dessen Verbrauch ab. Irgendwo in einer Spanne zwischen 50.000 und 70.000 Kilometern soll die Amortisation beginnen. Daher lohnt sich eine Anschaffung oder Umrüstung insbesondere für Vielfahrer, das heißt Handwerker, die viel unterwegs oder auf Montage sind.
Bei der Umrüstung wird ein spezieller Gastank eingebaut. Es gibt verschiedene Einbaumöglichkeiten: in der Reserveradmulde, im Kofferraum oder als Unterflurtank. Der herkömmliche Tank bleibt erhalten. Im Notfall kann der Fahrer wieder auf Benzinantrieb umschalten. Es werden verschiedene Anlagenmodelle unterschieden:
Venturiananlagen,
teil- oder vollsequenzielle Anlagen,
LPI-Anlagen (so genannt bei Vialle, JTG bei ICOM).
Wer sich für ein Fahrzeug mit Autogas-Antrieb interessiert, erhält erste Informationen zum Neuwagenangebot, zu Anlagenlieferanten und Importeuren sowie zur Umrüstung beim ADAC unter adac.de.
Bedenken, dass mit Autogas betriebene Fahrzeuge bei einem Unfall einer erhöhten Explosionsgefahr ausgesetzt sein könnten, sind unbegründet. Nach Tests des ADAC besteht für mit Autogas betriebene Fahrzeuge kein erhöhtes Sicherheitsrisiko.
Mittlerweile ist das Netz der Autogas-Tankstellen in Deutschland gut ausgebaut. Wo Sie Tankstellen in Ihrer Nähe finden, zeigt Ihnen eine Übersicht des ADAC unter adac.de. Aufgrund unterschiedlicher Betankungstechniken kann im Ausland ein Adapter nötig sein. In Deutschland ist der ACME-Anschluss üblich. International sind für Autogas auch die Bezeichnungen GPL und LPG geläufig.
Weitere Informationen bieten auch diverse Internetforen zum Thema Autogas:
www.autogas-boerse.de
www.autogas-forum.info
forum.gas-tankstellen.info
www.lpgforum.de
dl