Mit einem Anteil von 25,8 Prozent sind weibliche Auszubildende im baden-württembergischen Handwerk so stark vertreten wie noch nie. Laut dem Handwerkstag Baden-Württemberg zeigt sich dies auch bei den Meisterprüfungen: Jeder vierte Handwerksmeister ist weiblich.
„In vielen Branchen wird gezielt um junge Frauen geworben“, stellte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle fest, „das trägt langsam aber sicher Früchte“. Der Anteil der Handwerkerinnen verteile sich dabei jedoch nicht gleichmäßig auf die verschiedenen Gewerke.
Das Friseurhandwerk bleibt mit 89 Prozent weiterhin eine Hochburg der weiblichen Azubis. Unter den zehn stärksten Berufen finden sich aber auch die Augenoptikerinnen (78 Prozent Frauenanteil), Zahntechnikerinnen (62 Prozent), Maler- und Lackiererinnen (13 Prozent), Tischlerinnen (10 Prozent), Fotografinnen (66 Prozent), Maßschneiderinnen (91 Prozent) und Raumausstatterinnen (46 Prozent).
Aktuell weist jedoch auch die ursprünglich klassische Männerdomäne des Bauhandwerks inzwischen einen steigenden Frauenanteil auf. 493 von 9700 Lehrstellen sind aktuell mit Mädchen besetzt. Und da auch der Anteil der Frauen mit Meisterbrief gerade in diesem Bereich steige, sei in Baubetrieben immer öfter eine Frau der Chef. Insgesamt hat sich der Frauenanteil an den Meisterprüfungen in den vergangenen zehn Jahren auf nahezu 25 Prozent verdoppelt. 825 Frauen stellten sich 2008 erfolgreich den Prüfern.
Qualifizierten Bewerberinnen stehen im Handwerk die Türen offen. Gleichzeitig brauche es einen Bewusstseinswandel auch bei den Frauen selbst, meinte Möhrle. Derzeit entscheiden sich über die Hälfte der weiblichen Auszubildenden in der Wirtschaft nur für zehn von fast 400 Ausbildungsberufen. Möhrle: „Interesse von Mädchen für das gewerbliche, naturwissenschaftliche und technische Handwerk sollte schon im Rahmen der Schulausbildung geweckt werden oder besser noch im Kindergarten.“
Quelle: BWHT/jtw