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Traditionelles Handwerk

Den "Männelmachern" über die Schulter schauen

 
15.10.2009
 
Beim "Tag des traditionellen Handwerks" am 18. Oktober 2009 haben alle Besucher die Möglichkeit bei der Herstellung des bekannten Holzschmucks aus dem Erzgebirge zuzuschauen.
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Beim "Tag des traditionellen Handwerks" am 18. Oktober 2009 haben alle Besucher die Möglichkeit bei der Herstellung des bekannten Holzschmucks aus dem Erzgebirge zuzuschauen.
Bild: ddp

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Für das Holzkunsthandwerk beginnt wieder die produktive Hoch-Zeit des Weihnachtsgeschäfts. Beim Tag des traditionellen Handwerks im Erzgebirge jeweils am dritten Oktobersonntag haben seit nunmehr zehn Jahren Touristen die Möglichkeit, den "Männelmachern" und vielen anderen Produzenten über die Schulter zu schauen. In diesem Jahr öffnen am 18. Oktober fast 170 Werkstätten ihre Türen, so viele wie noch nie.

"Das traditionelle Handwerk ist ein Alleinstellungsmerkmal der Region", sagt Karsten Gräning vom Tourismusverband Erzgebirge (TVE), der die Veranstaltung einst mitgegründet hat. Ziel sollte sein, dies für Besucher erlebbar zu machen und damit den Tourismus zu stärken. Gleichzeitig sollten sich die Menschen von der Breite und Vielfalt der Traditionen überzeugen. "Je weiter man wegkommt, desto weniger bekannt ist doch, dass Erzgebirge nicht nur klöppeln, drechseln und schnitzen bedeutet", sagt Gräning. Typische Erzeugnisse kämen nicht nur aus Seiffen, auch wenn das "Spielzeugdorf" weltbekannt sei.

Traditionelles Handwerk lebt laut Gräning kompakt wie nirgends sonst auf 150 Kilometern Länge und 75 Kilometern Breite – von Altenberg und Geising im Osten bis Schneeberg und dem Zwickauer Land im Westen. So sind seit Jahren beim Schautag neben den Holzhandwerkern auch Kunstschmied, Glasbläser, Töpfer und Filzpantoffelmacher, Schnapsbrennerei, Handweberei und Ölmühle dabei. Und es gibt noch Reserven. Allein die Datenbank des TVE verfüge über mehr als 600 Handwerksadressen. Noch nicht gelungen sei die Einbeziehung des Köhlerhandwerks, bedauern die Organisatoren.


Die Menschen neugierig machen

Die touristische Wirkung ist nach Einschätzung von Gräning im Wesentlichen eingetroffen. In den vergangenen neun Jahren hätten 415 Unternehmen einen Einblick in ihre Fertigung gegeben, die Besucherzahlen seien von 25.000 im Jahr 2000 auf rund 42.000 im vorigen Jahr gestiegen. Wo viele Einrichtungen auf engem Raum mitmachten, sei meist kein Parkplatz und kein Stuhl in der Kneipe mehr zu finden. Dort hätten die Teilnehmer auch den größten Nutzen.

Nimmt man die von Tourismusforschern zugrunde gelegte Ausgabensumme von 25,80 Euro pro Tagestourist, dann hätten allein 2008 mehr als 1,08 Millionen Euro in den Kassen von Gaststätten, Hotels und Händlern klingeln müssen. Doch der Tourismusverband hat nicht nur den sofortigen Effekt im Blick. "Vielmehr soll der Tag die Menschen neugierig machen, wiederzukommen und länger zu bleiben", sagt der Verbandsvorsitzende und Landrat Frank Vogel (CDU). Das Erzgebirge habe sich in seinem neuen touristischen Leitbild die Aufgabe gestellt, im Jahr 2020 zu den fünf bekanntesten deutschen Mittelgebirgen zu gehören. Die erzgebirgische Holzkunst solle dabei noch stärker als Markenzeichen genutzt werden. Momentan nehme die Region nach Übernachtungen den 12. Platz unter 42 Mittelgebirgen ein.

Der Geschäftsführer des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller, Dieter Uhlmann, ist froh, dass der Tourismusverband eine solche Aktion organisiert. Die Teilnahme sei freiwillig, deshalb machten auch nicht alle 73 Mitgliedsbetriebe mit. Viele der vorwiegend kleineren Handwerksunternehmen hätten zudem nicht die Kraft, Programme aufzustellen und Werbung zu machen. Auch das Thema Betriebsführungen sei nicht sehr ausgeprägt. Dazu müsse Personal abgestellt werden, ausreichend Platz vorhanden sein und für die Sicherheit von Besuchern gesorgt werden. "Wer uns übers Jahr live erleben will, kann Schauwerkstätten besuchen. Allein in Seiffen gibt es mindestens vier", sagt Uhlmann.

Quelle. ddp

 
 

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